Im Rahmen des Projekts „MY TURN - Ich bin dabei!“ erkundeten Teilnehmende des im Juli gestarteten Kurses bei einer Stadtbesichtigung die verborgenen Geschichten Landsbergs. Eine Station führte ins sogenannte Hexenviertel – ein Name, der nichts mit Märchenhexen zu tun hat. „Der Überlieferung nach geht die Bezeichnung auf eine Münchner Malerin zurück, die Anfang des 20. Jahrhunderts hier eine Malschule führte", so die Stadtführerin Elena Böckelmann (rechts im Foto). Die Künstlerinnen, die die Malerin besuchten, trugen ihre Haare offen, bevorzugten Hosen statt Kleider und lebten für ihre Zeit ungewöhnlich unabhängig und emanzipiert. Was damals als provokant galt und ihnen in der Landsberger Gesellschaft den spöttischen Beinamen „Hexen“ einbrachte, steht heute für Mut, Selbstbestimmung und den Wunsch, gesellschaftliche Grenzen zu überwinden. Mit dem Projekt „My Turn – Ich bin dabei!“ erhält die Geschichte des Hexenviertels aktuell eine neue Bedeutung: Sie wird zum Symbol für Empowerment, Solidarität und die Ermutigung, den eigenen Weg zu gehen. Text/Foto: Conny Kurz
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